Wussten Sie, dass ..?

Sandmücken und die Leishmaniose

Sandmücken – auch Schmetterlingsmücken genannt – sind Überträger einer schwerwiegenden, oft tödlich verlaufenden und durch einzellige Parasiten  verursachte Erkrankung: die Leishmaniose.

Der Parasit, der die canine Leishmaniose (lateinisch „canis“ = Hund) verursacht, heißt Leishmania infantum.

In etwa 80 Ländern weltweit werden viele verschiedene klinische Formen der Leishmaniose gefunden.

Sandmücken sind kleine, 3 mm große, behaarte sandfarbene bis bräunliche Mücken, die nicht summen.

Sandmücken leben nicht unmittelbar am Strand. Sie werden häufig in ländlichen Gegenden oder bewaldeten stadtnahen Regionen wie Gärten oder Parkanlagen gefunden.

Sandmücken können weit fliegen – bis zu 2 Kilometer weit.

Sandmücken sind dämmerungs- und nachtaktiv.

Sandmücken mögen warme Nächte ab 16 °C und eine Windstärke von weniger als 3,6 km/Stunde.

Sandmücken können als Ei oder als Larvenstadium überwintern.

Sandmücken übertragen die Leishmaniose von Hund zu Hund oder auch auf den Menschen.

Die Zeit zwischen dem Stich der Sandmücke und dem Auftreten erster Symptome (Inkubationszeit) ist bei der caninen Leishmaniose (Hundeleishmaniose) sehr variabel. So können Symptome bereits nach 3 Monaten oder viel später, bis zu 18 Monate später, auftreten. In seltenen Fällen bricht die Erkrankung erst mehrere Jahre später aus.

Sandmücken stechen auch den Menschen. Der Stich juckt heftiger und länger als ein herkömmlicher Mückenstich.

Der Stich einer einzigen Sandmücke genügt, um die Leishmaniose zu übertragen.

Weltweit kommen mehr als 2 Millionen neue Leishmaniosefälle beim Menschen jährlich hinzu.

Stechmücken und Herzwürmer

Herzwürmer oder auch Filarien kommen am häufigsten beim Hund vor, können aber auch Katze, Wolf, Kojote, Fuchs und andere Tiere wie Frettchen oder den Seelöwen befallen.

Herzwürmer (Dirofilaria immitis) sitzen in dem großen Blutgefäß, das vom Herzen zur Lunge führt, seltener im Herzen. Die Infektion führt zu schwerwiegenden Krankheitssymptomen.

Herzwümer werden 23 cm (männlicher Wurm) bis zu 30 cm (weiblicher Wurm) lang.

Weibliche Herzwürmer gebären Larven, die so genannten Mikrofilarien, die im Blutkreislauf bis zu 2 Jahre lang zirkulieren und darauf warten, von einer Mücke aufgenommen zu werden.

Herzwürmer werden von einer Vielzahl von Stechmücken, wie z.B. der Gemeinen Stechmücke (Culex pipiens), die auch in Deutschland vorkommt, übertragen.

Herzwurmlarven können sich nur bei Außentemperaturen von mindestens 14°C in der Mücke entwickeln. Deshalb ist die Herzwurminfektion des Hundes bisher noch eine eingeschleppte Infektion.

Herzwurminfektionen sind in den USA seit 1840 bekannt und weit verbreitet. Die höchsten Infektionsraten treten dort in einem 240 km langen Küstenstreifen von Texas bis New Jersey und auch entlang des Mississippi und seinen Seitenarmen auf.

Herzwurminfektionen kommen auch in Südeuropa (Mittelmeerländer) – ein Urlaubsmitbringsel – in Südafrika, im Mittleren Osten, in Südostasien, Japan und Australien vor.

Generell sind Stechmücken dämmerungs- und nachtaktiv. Sie mögen warme Nächte von mindestens 14 °C und fliegen 1-2 km/Stunde.

Einige Stechmückenspezies sind kräftige Flieger. Manche können pro Nacht bis zu 4 Stunden und bis zu 12 Kilometer lang unterwegs sein. Weniger gute Flieger schaffen es nur bis zu 5 Kilometer.

Da Stechmücken ihre Flügel äußerst schnell bewegen – bis zu 250-mal pro Sekunde – kommt der bekannt hohe Summton zustande.